Medizintechnik und Assistenzsysteme

Beachte: Wie immer können und dürfen wir als Fachschaft keine rechtsverbindlichen Informationen geben! Dies kann nur die Fakultät. Alle offiziellen Fakultäts-Infos und die Prüfungsordnungen der neuen Master findet ihr auf der Webseite der Fakultät Maschinenwesen.

Überblick

Der viersemestrige Masterstudiengang Medizintechnik und Assistenzsysteme an der TUM bietet eine fundierte interdisziplinäre Bildung, die auf die Entwicklung zukünftiger Lösungen im Bereich der Medizintechnik und der Assistenzsysteme vorbereitet. Durch die Strukturierung in die sogenannten Schwerpunkt- und Profilbereiche wird die Möglichkeit gegeben, sich in in bestimmte Bereiche zu vertiefen oder sein Wissen zu verbreitern. Insbesondere die Interdisziplinarität spielt dabei eine sehr wichtige Rolle.

Neben 12 Modulen (je 5 ECTS) speziell aus diesem Studiengang sind 3 Ergänzungsfächer (je 3 ECTS) aus einer großzügig bemessenen, gemeinsamen Liste für alle MW-Masterstudiengänge zu wählen. Zur praktischen Anwendung des Gelernten dienen die zwei Hochschulpraktika (je 4 ECTS). Außerdem gibt es 2 ECTS für Soft Skills, Sprachkurse o.ä. Hinzu kommen die Forschungspraxis (ehemals Semesterarbeit, 11 ECTS) und die Masterarbeit (30 ECTS). Diese Aufteilung ist in allen neuen Mastern gleich und wird hier gezeigt.

Die Säulen

Die Modulcredits müssen in unterschiedlichen Bereichen (im Fachjargon: Säulen) erbracht werden. Die folgende Grafik soll dies veranschaulichen:

Schwerpunktbereiche

Säule Mechatronik und Gerätetechnik

In dieser Säule können Module gewählt werden, die sich mit der Wirkungsweise, der Programmierung und der problemorientierten Anwendung von mechatronischen Geräten befassen. Auch die für die minimalinvasive Chirurgie wichtige Kinematik wird in dieser Säule abgebildet. Fächerbeispiele: Automatisierungstechnik in der Medizin, Mechatronische Gerätetechnik, Bewegungstechnik u.a.

Säule Werkstoffe und Implantate

In dieser Säule können neben Grundlagen auch vertiefte Techniken zu Werkstoffen und Implantaten in der Medizintechnik gehört werden. Denn in der Medizin werden biokompatible Werkstoffe benötigt, die auch sterilisierbar sind – anders als in anderen ingenieurwissenschaftlichen Bereichen. Es werden zudem Kenntnisse in der Anatomie, Physiologie und Pathologie der Organsysteme vermittelt, um eigenständige Analysen ingenieurwissenschaftlicher Fragestellungen der Medizintechnik zu unterstützen. Fächerbeispiele: Grundlagen Medizintechnik: Biokompatible Werkstoffe 1, Biokompatible Werkstoffe 2, Kunststoffe und Kunststofftechnik u.a.

Säule Muskuloskelettale Assistenzsysteme

In dieser Säule werden Kompetenzen ausgebildet, die zur Auslegung von Exoskeletten befähigen, die zum Beispiel in der Rehabilitation oder zur Unterstützung von Pflegekräften eingesetzt werden können. Dazu spielt neben der Modellierung des Menschen ebenso die Ergonomie des Systems und die kinematische Auslegung eine Rolle. Fächerbeispiele: Digitale Menschmodellierung, Kinematische Auslegung von Gelenkstrukturen, Produktionsergonomie u.a.

Säule Regularien und Studiendesign

Was bringt es, wenn man Medizinprodukte entwickelt, aber nicht weiß, wie sie zugelassen werden und auf den Markt gebracht werden können? Daher umfasst diese Säule Module zum Zulassungsprozess, aber auch wie Versuche für die Zulassung geplant und ausgewertet werden. Fächerbeispiele: Zulassung von Medizingeräten, Versuchsplanung und Statistik 2, Epidemiologie u.a.

 

Von den vier Schwerpunktbereichen müssen mindestens drei gewählt werden und dabei jeweils mindestens 5 ECTS pro gewähltem Schwerpunktbereiche erbracht werden (je mind. 1 Modul aus 3 der 4 Säulen). Dies ergibt mindestens 15 erforderliche ECTS im Schwerpunktbereich.

 

Profilbereiche

Säule Kinematik und Robotik

In dieser Säule können spezielle Kenntnisse zu Robotern erworben werden, beispielsweise zu grundlegenden Regelungskonzepten in elektrischen Antriebssystemen. Dazu können elektrische, informationstechnische und mechanische Vertiefungen gewählt werden. Fächerbeispiele: Roboterdynamik; Montage, Handhabung und Industrieroboter; Elektrische Aktoren und Sensoren in geregelten Antrieben u.a.

Säule Elektronik und Regelung

Hier können Module gewählt werden, die sich mit Modellen und Mechanismen der Regelung beschäftigen, die für viele Medizinprodukte wichtig sind. Fächerbeispiele: Moderne Methoden der Regelungstechnik (1-3), Mikroelektronik in der Mechatronik u.a.

Säule Informationstechnik

In dieser Säule können Kenntnisse über die Anwendung von modernen Methoden der künstlichen Intelligenz sowie speziell zur Analyse im Bereich der Steuerungs- und Regelungstechnik erworben werden. Fächerbeispiele: Entwicklung intelligenter verteilter eingebetteter Systeme in der Mechatronik, Advanced Topics of Software Engineering, Computational Intelligence u.a.

Säule Design

In dieser Säule liegt der Schwerpunkt auf der Produktentwicklung und Strukturoptimierung von Produkten. Fächerbeispiele: Multidisciplinary Design Optimization, Systems Engineering, Strukturoptimierung 1 u.a.

Säule Medizintechnische Querschnittsfächer

In dieser Säule können spannende Medizintechnik-Module in unterschiedlichen Vertiefungsrichtungen belegt werden. Dies ermöglicht es, über den Tellerrand des klassischen Maschinenbaus in angrenzende und verwandte Bereiche zu blicken und grundlegende Methoden des Maschinenbaus auf biologische Systeme zu übertragen. Fächerbeispiele: Biofluid Mechanics, Menschliche Zuverlässigkeit, Systemtheorie der Sinnesorgane u.a.

 

Für die fünf Profilbereiche besteht keine Mindestbelegungsanzahl (es ist also theoretisch auch möglich, alle Module aus den Schwerpunktbereichen zu wählen). Die Aufteilung der Module in die fünf spezifischen Profilbereichs-Säulen dient dabei nur der besseren Struktur und und beinhaltet keinerlei Wahlregeln.

 

Anstelle von Fächern aus dem Profilbereich können auch Fächer aus der Ingenieurwissenschaftlichen Flexibilisierung (max. 15 ECTS) belegt werden. So sind unterschiedlichste individuelle Spezialisierungen möglich.