Aerospace

Beachte: Wie immer können und dürfen wir als Fachschaft keine rechtsverbindlichen Informationen geben! Dies kann nur die Fakultät. Alle offiziellen Fakultäts-Infos und die Prüfungsordnungen der neuen Master findet ihr auf der Webseite der Fakultät Maschinenwesen.

Überblick

Der viersemestrige Masterstudiengang Aerospace an der TUM strebt eine breite Ausbildung der Studierenden in den relevanten Fachbereichen an. Dies spiegelt sich in der Säulenstruktur des Studiengangs wieder – aus den Bereichen Gesamtsystem, Antriebssysteme, Fluid- und Aerodynamik, Struktur sowie Dynamik und Regelung muss jeweils mindestens ein Modul gewählt werden. Innerhalb dieser Säulen stehen genügend Module zur Wahl, um die individuellen Masterpläne aller nicht ganz antriebslosen Studierenden ohne spürbare Einschränkung der persönlichen Freiheit zu verwirklichen. Die übrigen sieben Module können dann aus den genannten fünf Säulen, einem studiengangsspezifischen Bereich und der interdisziplinären Ingenieurwissenschaftlichen Flexibilisierung (max. 15 ECTS) frei zusammengestellt werden.

Zusätzlich zu den o.g. 12 Modulen (je 5 ECTS) sind 3 Ergänzungsfächer (je 3 ECTS) aus einer großzügig bemessenen, gemeinsamen Liste für alle MW-Masterstudiengänge zu wählen. Zur praktischen Anwendung des Gelernten dienen die zwei Hochschulpraktika (je 4 ECTS). Außerdem gibt es 2 ECTS für Soft Skills, Sprachkurse o.ä. Hinzu kommen die Forschungspraxis (ehemals Semesterarbeit, 11 ECTS) und die Masterarbeit (30 ECTS). Diese Aufteilung ist in allen neuen Mastern gleich und wird hier gezeigt.

Die tragenden Säulen

Die Modulcredits müssen in unterschiedlichen Bereichen (im Fachjargon: Säulen) erbracht werden, wie nachfolgend dargestellt:


Säule Gesamtsystem

In diese Kategorie fallen Fächer, in denen die Auslegung von Luft- und Raumfahrzeugen im Ganzen gelehrt wird – insbesondere also Flugzeugentwurf, Hubschrauberauslegung und Raumfahrzeugentwurf.

Säule Antriebssysteme

Hier werden etablierte und auch für die Zukunft relevante Antriebe für Luft- und Raumfahrtanwendungen betrachtet – von klassischen Gasturbinen, Kolbenmotoren und Raketentriebwerken bis hin zu elektrischen Maschinen. Der Warp-Antrieb ist leider noch nicht im Programm.

Säule Fluid- und Aerodynamik

Neben luft- und raumfahrtspezifischen Modulen zur Aerodynamik des Flugzeugs und Aeroelastik werden Fächer zu grundlagenwissenschaftlichen Themen wie Grenzschichten, Turbulenz und Aeroakustik angeboten. Auch moderne, computergestützte Methoden werden gelehrt.

Säule Struktur

Der Leichtbau als zentrales Element der Luft- und Raumfahrt ist durch Module zu Faserverbundwerkstoffen und speziellen Strukturen für Luft- und Raumfahrtanwendungen vertreten. Daneben werden allgemeine Themen wie Strukturdynamik und FEM behandelt.

Säule Dynamik und Regelung

Hier besteht ein breites Angebot im Themenbereich Flugleistungen, Stabilität und Flugregelung für Starrflügler und Drehflügler. Im Raumfahrtbereich wird speziell die Orbitmechanik gelehrt.

Säule Studiengangspezifische Modulwahl

In dieser Kategorie sind weitere Vertiefungsfächer aus dem Luft- und Raumfahrtbereich und angrenzenden Fachgebieten wählbar. Das Angebot schließt beispielsweise spezialisierte Module zum Thema Sicherheit und Zertifizierung ein, außerdem Module aus der allgemeinen Regelungstechnik, Automatisierungstechnik und Messtechnik sowie weitere Vertiefungsmöglichkeiten in Struktur- und Strömungsmechanik oder Thermofluiddynamik. Auch einzelne Fächer aus der Elektro- und Informationstechnik (z.B. Satellitennavigation) und Informatik sind verfügbar. Das Angebot wird durch Flugführung und Meteorologie sowie Ergonomie und Menschliche Zuverlässigkeit abgerundet.

Anstelle von Fächern aus dem studiengangspezifischen Bereich können auch Fächer aus der Ingenieurwissenschaftlichen Flexibilisierung (max. 15 ECTS) oder aus den fünf Säulen des Aerospace-Masters gewählt werden (unbegrenzt). So sind unterschiedlichste individuelle Spezialisierungen möglich.

Internationalisierung

Die Namensänderung vom deutschen Luft- und Raumfahrt zum englischen Aerospace deutet es schon an – die Luft- und Raumfahrt an der TUM wird noch internationaler. Der überarbeitete Studiengang ist als Hybridmaster konzipiert, der sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache studierbar ist. Wie bisher steht die volle Modulpalette mit allen Spezialisierungsmöglichkeiten dabei natürlich nur jenen offen, die beide Sprachen beherrschen. Neu ist, dass keine Deutschkenntnisse vorausgesetzt werden – der Studiengang wird also für internationale Studierende weiter geöffnet als bisher.

Damit ein ausreichendes Angebot an englischsprachigen Vorlesungen entsteht, werden einige bislang deutschsprachige Module in Zukunft auf Englisch abgehalten. Das betrifft nach unserem Kenntnisstand vom Dezember 2018 u.a. Flugzeugentwurf, sämtliche Mastermodule des Lehrstuhls für Flugsystemdynamik (die auch bisher schon teilweise englischsprachig waren), Luft- und Raumfahrtstrukturen, Aerodynamik des Flugzeugs 1 (ausdrücklich nicht Teil 2), Gasdynamik, Turbulente Strömungen, Angewandte CFD, Aerodynamische Auslegung von Turbomaschinen, Flugantriebe 1 und Gasturbinen und Raumfahrtantriebe 1. Die Module des Lehrstuhls für Hubschraubertechnologie werden nicht nur auf Englisch umgestellt, sondern auch inhaltlich umstrukturiert; so entstehen Rotorcraft Engineering – Preliminary Design und Rotorcraft Engineering – Systems & Components. Wie immer gilt auch bei dieser potenziell unvollständigen oder bereits von der Realität überholten Liste: Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die FPSO und fragen Sie Ihre Professoren oder Studienberatung.

Voraussetzungen

Anders als bisher werden keine Deutschkenntnisse vorausgesetzt. Der Aerospace-Master bleibt jedoch auch auf Deutsch studierbar. Wie gehabt sind jedoch sowohl deutsche als auch englische Sprachkenntnisse sinnvoll, um das Angebot voll auszuschöpfen und alle Spezialisierungsrichtungen zu erschließen.

Wichtig für den Wechsel von anderen Universitäten an die TUM: Inhaltlich werden Kenntnisse nach dem Maßstab des Grundstudiums im Bachelorstudiengang Maschinenwesen vorausgesetzt. Luft- und raumfahrtspezifisches Vorwissen ist im Prinzip nicht erforderlich; viele Lehrveranstaltungen im Master gehen jedoch von gewissen Grundkenntnissen aus, da TUM-interne Interessierte üblicherweise im 5. und 6. Semester des Bachelorstudiums entsprechende Vorlesungen hören. Je nach Vorkenntnissen ist daher mit etwas Mehraufwand in manchen Fächern zu rechnen.

Zukünftige Entwicklungen

Bayern strebt in Zukunft noch mehr dem Himmel entgegen – auch mit Lufttaxis und Raketen. So plant die Staatsregierung den Aufbau einer neuen Fakultät für Luftfahrt, Raumfahrt und Geodäsie am Standort Ottobrunn. Neben einer Vielzahl von Neuberufungen sollen bestehende Lehrstühle aus den Fakultäten Maschinenwesen, Elektro- und Informationstechnik und Bau · Geo · Umwelt in die neue Fakultät eingegliedert werden. Aktuell ist noch nicht absehbar, ob und ggf. in welchem zeitlichen Rahmen diese mögliche Umstrukturierung konkrete Auswirkungen auf das Studium hat. Die betroffenen Fachschaften sowie der AStA setzen sich jedoch bereits seit Verkündigung der Regierungsvision intensiv dafür ein, in jedem Fall Verbesserungen für die Studierenden zu erreichen.